Reaktivierung der Jugendarbeit zum Ziel gesetzt

Reaktivierung der Jugendarbeit zum Ziel gesetzt
JuPi-Serie: „Ehrenamt kennt keine Altersgrenzen – Heute: Evangelische Jugend

„Wir sind die älteste Jugendzentrale von allen Dekanaten in der Umgebung“, erklärt der erste Vorsitzende der evangelischen Jugend Lukas Eitel. Bereits im Jahr 1947 bildeten sich die ersten Jugendgruppen, nachdem die Besatzungsmächte es den kirchlichen Verbänden gestatteten, Jugendarbeit zu betreiben.
In diesen Jugendgruppen war auch Gerhard Heil Mitglied. Der 83-jährige erinnert sich gerne an seine Zeit bei den Christlichen Pfadfindern zurück, auf die er mit 13 Jahren durch einen Schulkameraden gestoßen ist. „Es war ein einfaches Leben, welches wir aber sehr geschätzt und genossen haben“, entsinnt sich Gerhard Heil.
Im Jugendheim Wolfsäge traf er sich damals mit seinen Sippenkollegen, um am Lagerfeuer gemeinsam Lieder zu singen und die Pfadfindergrundlagen zu erlernen. „Die Jugendarbeit ist für mich wie ein zweites Stück Zuhause geworden“, erklärt der 83-jährige.
Nachdem er 19 Jahre als Bäcker tätig war, beschloss er ein Sozialarbeitsstudium zu absolvieren, um als Bewährungshelfer tätig zu werden. Bis heute engagiert sich Gerhard Heil ehrenamtlich, beispielsweise in der Lernstube Ohmbach.
Auch bei der Gründung der Jugendzentrale im Jahr 1947, damals noch als protestantisches Jugendsekretariat betitel, war Gerhard Heil involviert. Die Jugendzentrale galt als Anlaufstelle für Jugendliche und feiert 2024 ihr 50-jähriges Bestehen. Im Laufe der Zeit hat sich allerdings einiges in der Jugendarbeit geändert.
„Die Jugendlichen stellen heute ganz andere Anforderungen an die Jugendarbeit als damals“, stellt Lukas Eitel fest. Es gilt, den Jugendlichen eine gute Mischung aus Action und Andacht zu bieten. Nachdem die Jugendarbeit durch jahrelangen Personalmangel in der evangelischen Jugendzentrale zum Stillstand gekommen war, hatte die Vorstandschaft vor zwei Jahren die Reaktivierung dieser beschlossen. Aufgrund des großen Angebots für Jugendliche in der Stadt Pirmasens gilt es, Jugendliche immer wieder von der evangelischen Jugendzentrale zu überzeugen.
Auch Lukas Eitel liegt die Jugendarbeit sehr am Herzen. Seit 2012 engagiert er sich ehrenamtlich, nachdem er durch die Konfirmation wieder mit der Kirche in Kontakt gekommen ist. „Wir vermitteln den Kindern gesellschaftliche Werte und dienen ihnen als Ansprechpartner“, erklärt er.
Heute bietet die Jugendzentrale viele verschiedene Aktivitäten für die Jugendlichen. So findet jeden Montag ein Teenkreis und jeden Donnerstag ein Mädchentreff statt. „Wir treffen uns auch oft spontan zum Filme schauen oder zum Kicker und Billard spielen“, berichtet Lukas Eitel. Für die Zukunft sind diverse Freizeiten in Planung. In den Sommerferien fanden die „Ferien für Daheimgebliebene“ unter dem Thema Schöpfung statt. Außerdem ist eine Reiterfreizeit für Mädchen, welche in Otterberg stattfinden soll, geplant. Für die älteren Jugendlichen soll es eine Freizeit im Ausland geben. „Momentan haben wir dafür die Toskana im Blick“, verrät Jugendreferentin Katharina Willig. (sz)